Recherche am Walchensee

Die Orte, an denen ich recherchiere, besuche ich immer mehrmals. Heute zum Beispiel. Das Bequeme an der Ingame-Recherche für Cronos Cube 2: Ich muss nicht unbedingt nach Irland reisen; das Walchenseekraftwerk tut’s auch. Und es schreibt sich erstaunlich gut mit dem Dröhnen der Turbinen und Generatoren im Hintergrund. → weiterlesen

Lesung in der Stadtbücherei

Nicht zu glauben: Vergangenen Freitag habe ich bereits meine achte Lesung gehalten. 31 Zuhörer waren dabei, mehr als jemals zuvor bei einer Lesung in der Stadtbücherei Geretsried, hat mir deren Leiter Björn Rodenwaldt verraten. Der Geretsrieder Merkur hat sehr positiv über die Veranstaltung berichtet:

„Cronos Cube“: Gelungener Mix aus realer und virtueller Welt

Besonders schön war für mich das Feedback der Zuhörer nach der Lesung – und natürlich, dass dabei ein Stapel Bücher verkauft wurde. Die nächsten Lesungen finden in Berlin, Köln und Düsseldorf statt; Wien ist in Planung.

Zur Terminübersicht.

Cronos Cube im Radio

Habt ihr auch schon diese Sätze gehört, in denen erwachsene Menschen die „heutige Jugend“ verurteilen? Weil sie zu laut Fußball spielen, auf öffentlichen Plätzen kiffen, an Bushaltestellen vandalieren und überhaupt keine Bücher mehr lesen, sondern nur noch in ihre Smartphones glotzen?

Die Jugend der Stadt Geretsried wird diesen Vorwürfen gar nicht gerecht – passend zum Slogan der oberbayerischen Kommune: Geretsried – einfach anders. Unter dem Namen BATSCH!FM haben zehn junge Leute ein Stadtradio auf die Beine gestellt, das Musik, Reportagen, Interviews, Talk-Sendungen, Verkehrsnachrichten und das Wetter bietet. Das liest sich nicht nur professionell, sondern hört sich auch ganz genauso an.  → weiterlesen

Finster

Die Dunkelheit fällt leise. Sie fragt nicht, ob in dir gerade noch die Sonne schien, sie will auch nicht wissen, ob du am schönsten Ort der Erde bist. Du kannst ein Bettler sein, aber auch ein König, du magst Gold besitzen oder Pech – die Dunkelheit fällt unterschiedslos. Sie ist endgültig für den Moment, und die Nacht ist weit.

Warum ich Fleischersatz esse

Mein Ofen backt mir gerade eine Pizza, wie ich sie noch nie gegessen habe: Sie ist nicht nur mit Jalapeño-Schmand belegt, sondern auch mit Fleischersatz. (Okay, das mit dem Schmand muss mir mal jemand erklären. Ich meine: Schmand auf Pizza? – Darüber sprechen wir ein andermal.)

Jedes Mal, wenn ich Fleischersatzprodukte kaufe, zum Beispiel Veggie-Hack oder Sojawürstchen, dann habe ich diese Stimme im Ohr. Ich weiß nicht, wem sie gehört, wer diese Frage also als Erstes in meiner Gegenwart gestellt hat. Ich weiß auch nicht, ob  ich sie mir nicht nur ausgedacht habe, weil diese Worte irgendwo geschrieben standen, zum Beispiel auf Twitter. Jedenfalls, die Frage lautet:

„Wie idiotisch ist das bitte, Veggie-Würstchen zu essen?“

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Massimo

Die Melancholie ist wie ein Bonbon, das dir ein Loch in die Zunge ätzt und dabei nach Schokolade schmeckt. Seit einer Stunde oder zwei sitzt sie in der Küche und starrt, sie starrt nichts Besonderes an, aber sie kann auch nicht damit aufhören. Manchmal kommt ihr in den Sinn, wie viele nützliche Dinge sie in dieser Zeit erledigen könnte, beim Finanzamt anrufen, Briefe öffnen, einkaufen, aufräumen, putzen, aber ihr Zeitgefühl ist flüchtig und gleich darauf treibt sie wieder in dieser Wolke aus Wehmut.  → weiterlesen

Die Sache mit dem Fahrplan

Ich klopfte nach Schulschluss an die Bürotür meiner Deutschlehrerin – mit gemischten Gefühlen, denn ich wusste bereits, dass sie meinen neuen Roman nicht sehr begeistert aufgenommen hatte. Gerade einmal 82 Seiten weit war sie gekommen, ehe sie aufgegeben hatte.

„Tja, tut mir leid“, sagte Frau M., als wir in ihrem Büro saßen, und legte einen dicken Ordner auf den Tisch. Ich hatte vor ein paar Wochen einen Stapel Papier in diesem Ordner abgeheftet: Vom ersten Blatt starrte der Titel meines Manuskripts, zentriert, gefettet, viel zu selbstbewusst, wie ich jetzt fand. Ich hatte rote Ohren vor Scham über meine Großspurigkeit. → weiterlesen

Die Angst vorm weißen Blatt

Die italienische Bar war zur späten Stunde noch gut besucht: Hannah und ich mussten die Stimmen heben, um uns über die Geräuschkulisse hinweg zu verstehen. Wir hatten unsere Getränke jeweils dreimal nachbestellt, sie einen Crodino, ich einen Lillet, aus dem ich mit einem Teelöffel die halbgefrorenen Beeren naschte. Jetzt lag nach zwei Stunden angeregter Unterhaltung Aufbruchstimmung in der Luft.

Ich hatte mir meine Frage für den Schluss aufgehoben, weil ich das damit angeschnittene Thema nicht vertiefen wollte. Obwohl ich die Denkanstöße meiner Freundin sehr zu schätzen wusste, bedrückte mich das Gefühl, dass ich ihr damit ein bisschen zu oft auf die Nerven ging. → weiterlesen