Rückblick: September 2018

Der September verläuft recht ereignislos; bedeutend ist lediglich, dass wir beschließen, Nägel mit Köpfen zu machen – und am 1. Dezember zu heiraten.

Ansonsten schafft mich dieser Monat. Die Kopfschmerzen zwingen mich ein zweites Mal ins Krankenhaus. Ich muss nicht zum ersten Mal einen schönen Abend mit Freunden vorzeitig verlassen, weil mich mein Kopf umbringt. Eines Morgens wache ich von einer Supernova auf, die in meinem Schädel explodiert. Es nimmt und nimmt kein Ende, und langsam aber sicher kann ich einfach nicht mehr. 

Ein paar Tage später geht es zum zweiten Mal in diesem Jahr radikal abwärts. Zum Glück bin ich diesmal nicht alleine, mein (baldiger) Mann sitzt bei mir und leistet Beistand. Ich kann jetzt nicht mehr sagen, was zum Absturz geführt hat, aber ich erinnere mich noch gut daran, wie er sich angefühlt hat. Es war sehr, sehr dunkel.

Wie im Monat zuvor beweist Twitter seine gewaltige Solidarität und Hilfsbereitschaft. Auf meinen Aufruf hin kaufen lauter Leseratten Bücher bei der Buchhandlung Ulbrich ein, die derzeit unter einer Großbaustelle leidet. Viele versehen ihre Bestellung mit einem mutmachenden Kommentar. Die Familie Ulbrich ist dankbar und gerührt, und ich bin hin und weg von meiner Community.

Am gleichen Tag besuche ich hier in Geretsried einen Ort, der sich als Schauplatz für einen Roman eignet. Das Projekt ist taufrisch und birgt in sich noch den Reiz des Neuen, und wie so oft in diesem Stadium denke ich, dass ich von nun an nicht mehr ruhen werde, bis das Buch geschrieben ist. Zum Glück komme ich bald zur Vernunft und gebe dem Projekt die Zeit, die es zum Reifen braucht, die alle meine Projekte zum Reifen brauchen. Auch seine Zeit wird kommen, vielleicht 2019.

In der zweiten Septemberhälfte ziehe ich mich zurück aus der Onlinewelt, die voll ist mit schrecklichen Nachrichten über Maaßen, Seehofer und den Hambacher Forst. Ich ertrage diese ständigen Reize nicht mehr. Ich setze mich wieder an Cronos Cube 2, konzentriere mich auf meine Therapie, unternehme einen Ausflug zur ESO Supernova. Gebe mir Zeit, wieder zu mir zu finden. Wollte ich nicht nach meinem ersten Krankenhausaufenthalt eine ruhigere Gangart anschlagen, häufiger meditieren, die Projekte dezimieren? Stattdessen habe ich nach einer kurzen Schonzeit so weitergemacht wie zuvor. Mit dem Ergebnis, dass die Migränen und Kopfschmerzen in meinem Hirn einen Staffellauf veranstalten.

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