Rückblick: Mai 2018

Der Sommer ist da, die Migräne bringt mich ins Krankenhaus, ich male wieder, Aurel legt eine Metamorphose hin und der Kampf gegen die Depression hält mich in Atem: Der Mai ist so turbulent wie der März, mal dunkel, mal bunt. 

Anfang Mai schreibt mich mein Verleger an, mit einem Hinweis auf eine Sendung auf 3sat. Dass die Science-Fiction-Literatur an sich schon oft Vordenker neuer Erfindungen gewesen ist, wissen wir. Aber dass es Unternehmen gibt, die deshalb gezielt in der SF-Literatur nach neuen Ideen suchen – das ist mir bis zu dieser Sendung neu. Und was zeigt 3sat ganz oben auf dem Stapel? Cronos Cube! Cool! Ich würde ja zu gerne mal nachfragen, was inzwischen daraus geworden ist.

Ich male wieder häufiger. Im Mai macht mich das glücklich, vor allem, weil es mir gelingt, meine frisch beendeten Werke auf Etsy zu verkaufen. Rückblickend weiß ich, dass ich mir damit zusätzlich Druck mache. Patreon, Etsy, Aurel Aspen, Cronos Cube 2, was will ich denn noch alles machen? Ich rase wie ein D-Zug. Der Grund ist das Geld. Es reicht hinten und vorne nicht. Die Arbeit bei der SZ nervt mich und bringt kaum etwas ein, aber für einen anderen Job bringe ich keine Kraft auf. Also versuche ich mit der Peitsche, mein Einkommen malend aufzubessern.

Auch wenn die Ergebnisse hübsch anzusehen sind, kann es so nicht gut gehen. Die Depression gewinnt im Depribattle gegen mich, woran vor allem die Migräne Schuld ist, die mich immer häufiger und immer heftiger überfällt. Weil deshalb kaum von einem echten Sieg der Depression gesprochen werden kann, stelle ich den Depribattle vorerst ein. Ist ja nicht wirklich fair. Die Migräne kommt so oft, dass ich mich schon fast nicht mehr aus dem Haus traue. Und dann breche ich eines Tages weinend zuhause zusammen, weil ich es nicht mehr aushalte.

Der behandelnde Arzt in der Klinik ist ein Experte in Schmerzfragen. Meine Migräne ist so stark, dass das Sumatriptan nicht ausgereicht hat, dadurch kam es bei mir zu einem Übergebrauch von Triptanen, was die Migräne zusätzlich befeuert hat. Künftig soll ich Eletriptan nehmen, was langsamer, aber länger wirkt. Ich bleibe drei Nächte in der Klinik und komme zum ersten Mal seit langem im Kopf zur Ruhe. Ein unbeschreibliches Gefühl. Ich nehme mir vor, es mir zu bewahren. Das klappt erst nur solala, aber ich werde jeden Monat etwas besser darin, finde ich.

Neben all meinen neuen Projekten versuche ich mich weiterhin regelmäßig um Aurel zu kümmern. Vielleicht hole ich auch deshalb Patreon und Etsy in mein Leben, um zu kompensieren, dass ich Ende April mit meinem Buch nicht mehr weiterkomme. Es hakt an einer Kleinigkeit, es ist ein Kieselstein im Zahnradgetriebe, doch der reicht aus, um das ganze Werk zu stoppen. Anfang Mai fällt das Steinchen endlich raus und die Räder drehen sich weiter. Ich bin erleichtert, schreibe weiter und werde wiederum gebremst.

Die Depression begleitet mich durch den ganzen Monat. Alle paar Tage liege ich wieder flach. Ich rappel mich auf, kämpfe, falle. Rappel mich auf, kämpfe, falle. Rappel mich auf, kämpfe … und falle einmal so tief, dass ich zur Splittergranate werde. So nenne ich das, wenn ich explodiere und meinen Mann verletze. Der Grund sind irgendwelche Erinnerungen, die mir wie Nadeln im Herzen stecken.

Manchmal rappel ich mich ganz schnell wieder auf, manchmal wirkt es, als könnte ich mich nie wieder aufrappeln, weil der besagte D-Zug auf mir draufliegt.

Doch am letzten Maitag passiert etwas, das alles aufwiegt: Die Twitterin Maza e Keqe, ein Cronos-Cube-Fan, unterstützt mich auf Patreon mit der höchstmöglichen Summe. Und das gleich ein halbes Jahr lang. Dafür bekommt sie eine kleine Nebenrolle in Cronos Cube 2, und ich erhalte etwas mehr Sicherheit.

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