Rückblick: Februar 2018

Ich mag den Februar nicht. Abgesehen vom Geburtstag meiner besten Freundin hält er überhaupt nichts Gutes bereit: Der Winter geht mir bereits auf den Keks, der Frühling könnte langsam mal losgehen, es passiert nichts Neues. Der Februar ist der Sonntag unter den Monaten (ich mag auch keine Sonntage). Dieses zähe Warten auf den Frühling, der selbst erst ab Ende März zu erwarten ist. Kein Wunder, dass ich einfach nicht aus dem Tunnel herauskomme. 

Irgendwie gelingt es mir in der zweiten Februarhälfte dann aber doch noch, ein bisschen produktiv zu sein. Ich glaube, ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie so intensiv mit der Depression zu kämpfen wie im Februar. Und doch, immerhin: Ich schreibe ein Exposé zu meinem Langzeitprojekt Aurel Aspen, nicht ahnend, dass ich das Buch noch in diesem Jahr beenden werde.

Es kommt, was angesichts der Entwicklung meiner Depression früher oder später kommen musste: Mein Psychiater verschreibt mir zum ersten Mal ein Antidepressivum. Von Mitte Februar an nehme ich Escitalopram. Ich finde eine tolle Therapeutin, die Zeit für mich hat. Die Diagnose: rezidivierende Depression.

Und dann geht Ende Februar die Sonne auf. Zumindest einen Morgen lang. Auch das macht die Depression mit mir: Zu viel Glück überfordert mich. Cronos Cube schafft es auf die Shortlist des Phantastikpreises Seraph, am gleichen Tag bin ich als Autorin in eine Grundschule eingeladen. Am Nachmittag zerlegt es mich.

Dennoch will ich versuchen, die guten Momente dieses Monats ins neue Jahr mitzunehmen. Dazu zählt zum Beispiel dieser Moment in der Grundschule:

Inzwischen habe ich zwar ein Zeugnis aus der ersten Klasse gefunden, aus dem hervorgeht, dass ich mit sechs Jahren begonnen habe. Aber ich bin froh, dass ich das im Februar noch nicht wusste. Die Gesichter dieser aufgeregten Neunjährigen werde ich bestimmt nicht vergessen. Kinder wärmen mir einfach das Herz.

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