Rezept: Chili sin Carne

Dieses Chili koche ich schon seit vielen Jahren. Anfangs noch mit Experimentierfreude – da landete schon mal Zimt im Essen und der Topfinhalt im Müll.

Auch die Umstellung auf vegetarische Kost musste das Chili überleben, denn auf mein Lieblingsessen wollte ich nicht verzichten. Heute ist es nicht mehr so, dass jedes meiner Chilis anders schmeckt. Ich habe mein Rezept gefunden.  

Natürlich könnt ihr das Chili auch mit echtem Hackfleisch kochen. Ich glaube mich daran zu erinnern, dass sich die Zubereitung gar nicht unterscheidet. Außer dass ihr halt dann auf das Verhalten des Hackfleischs Rücksicht nehmen müsst: Das austretende Wasser verkochen lassen, nicht zu viel Öl nachkippen, und so weiter. Ich empfehle euch, reines Bio-Rinderhackfleisch zu verwenden.

Kommen wir zum Rezept

Ihr braucht für 2 Personen, die sich kugelrund bis komatös essen wollen:

1 Packung Veggie-Hack von Viana (Lest hier: Warum unbedingt Viana?)
1 Zwiebel
1 rote Paprika
1 Tube Tomatenmark
1 Dose Mais
2 Dosen Kidney-Bohnen (insg. 500g)
1-3 Zehen Knoblauch
1 Messerspitze Zucker
Thymian
Paprikapulver
Salz
Pfeffer
Kurkuma (optional)
1/2 Liter Wasser
Olivenöl

1. Die Zwiebeln, die Paprika und den Knoblauch würfeln. Die Bohnen und den Mais in einem Sieb abtropfen lassen und bereitstellen.

2. Öl in einem Topf erhitzen. Das Veggie-Hack hineingeben und andünsten. Dieser Vorgang ist etwas, womit ihr Erfahrungen sammeln müsst; zum Beispiel neigt das Veggie-Hack dazu, das Öl aufzusaugen. Deshalb müsst ihr immer wieder ein wenig Öl dazugeben. Dass es euch gelingt, das Hack im Topf anzubraten, ist unwahrscheinlich – etwa wegen der produkteigenen Soße -, aber auch nicht nötig.

3. Zwiebeln hinzugeben, mitdünsten. Dann das gleiche mit der Paprika. Immer schön rühren, damit nichts anbrennt. Passt auf, dass sich auf dem Topfboden keine Schicht bildet, die dann schwarz wird. Sollte sie sich mit dem Kochlöffel schon nicht mehr entfernen lassen, rasch ein klein wenig Wasser hineingeben, das löst die Schicht wieder auf. Ihr müsst schnell sein und nach Gefühl den richtigen Zeitpunkt abpassen. Gebt etwa 3/4 des Tomatenmarks in den Topf und rührt es schön in das Hack hinein. Jetzt dürfte alles schön zischen und dampfen.

4. Etwa eine Minute nach der Zugabe des Tomatenmarks kommt das Wasser in den Topf. Aber wie viel genau? Ich habe einen 1/2 Liter angegeben, aber das ist nur ein Richtwert. Bei mir ist die Hack-Paprika-Zwiebel-Melange im Topf immer gut mit Wasser bedeckt. Ich mag mein Chili suppig! Je weniger Wasser, desto fester wird am Ende euer Essen sein. Ich könnt im weiteren Verlauf jederzeit neues Wasser zugeben, wenn ihr euer Essen etwas flüssiger wünscht. Auch könnt ihr jederzeit Tomatenmark nachgeben; dazu habt ihr 1/4 aufgehoben.

5. Jetzt sind die Gewürze an der Reihe. Salz und Paprikapulver gebe ich oft schon vor dem Tomatenmark mit in den Topf, aber das könnt ihr machen, wie ihr wollt. Es kommt jetzt vor allem aufs Abschmecken an. Das Würzen ist für mich das Wichtigste am Essen. Ich würze, probiere, würze nach, probiere wieder, bis ich zufrieden bin. Dazu greife ich auch mal zu Kurkuma oder ein wenig Currypulver, wie ich lustig bin. Ganz wichtig ist mir das Thymianaroma: Ihr könnt getrocknete Thymianspitzen nehmen oder ganze Zweige ins Chili werfen. Ein wenig Zucker kann der späteren Schärfe etwas Süßes entgegensetzen – ich liebe das, aber man sollte nicht übertreiben. Eine gute Messerspitze reicht.

6. Wenn ihr findet, dass ihr eine gute Soße habt, ist euer Chili sin/con Carne schon fast fertig. Denn Kidney-Bohnen und Mais werden nicht gekocht, sondern nur erhitzt. Beides gebt ihr jetzt gemeinsam in den Topf.

7. Die letzte Zutat ist für mich immer die Krönung: der Knoblauch. Er ist deshalb die letzte Zutat, weil er sein Aroma verliert, wenn er zu lange gekocht wird. Frische Kofi-Würfel ins Essen und schon wird aufgetischt.

Sooo … Was fehlt? Genau: die Schärfe!

Kleine Chilischoten-Kunde

Mein Mann mag kein scharfes Essen, deshalb ist dieses Chili mild. Es bietet aber eine gute Grundlage, um ordentlich nachzuschärfen. Ich esse richtig scharfes Essen sehr, sehr gerne – hier meine Lieblingsmethoden:

  • eine Jolokia oder Habanero halbieren und je nach Liebhabergrad eine oder zwei Hälften mitkochen. (Zwei Jolokia-Hälfte für euren ärgsten Feind, zwei Habanero-Hälften für den Ex.) Wer diese Methode noch nicht kennt: Überschätzt euch lieber nicht. Ich war damals sehr überrascht darüber, wie viel Capsaicin durch diese Methode doch ins Essen übergeht. Und nicht vergessen, die Hälfte nach dem Kochen wieder herauszunehmen. Bloß nicht mitessen!
  • Jolokia- und Habaneropulver. Ich habe wirklich ewig gesucht, bis ich endlich ein Habaneropulver gefunden hatte, dass nicht nur scharf ist, sondern auch dieses wunderbare Habaneroaroma noch besitzt. Ich ziehe dieses Pulver heute frischen Habaneros vor, weil ich keinen Geschmacksverlust habe und die Schärfe gut dosieren kann. Ich empfehle euch also: Altes Gewürzamt.

Von Cayennes rate ich jedem ab. Die Schoten haben zwar deutlich weniger Scoville als Habaneros und Jolokias. Aber ihre Schärfe ist so aggressiv und unsympathisch, die Cayenne will einfach nur wehtun. Für mich schmeckt die Schote selbst nach nichts.

Lasst mich an euren Chilis teilhaben – ich freu mich auf eure Fotos, eure Variationen und eure Ideen in den Kommentaren. Und da ich vom Kochen eigentlich wenig Ahnung habe, ein Aufruf an die Kochprofis: Lasst ruhig eure Tipps da! 🙂

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